Gemeindeprofil Predigtbezirk Lukas

Gemeinde an der Lukaskirche – Lebens- und Glaubensraum für alle Generationen

Auf die Frage wer er ist antwortet Gott: „Ich bin der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs" (2. Mose 3, 15) – ich bin ein Gott der Generationen! An Gott zu glauben und ihn zu erleben, beginnt nie im luftleeren Raum und fängt nie bei Null an, sondern hat immer eine Geschichte – eine Geschichte mit anderen Menschen, die von ihrem Glauben, von ihren Erfahrungen mit Gott erzählt haben und ihn so weiter gegeben haben.

Mit unserer Gemeindearbeit an der Lukaskirche legen wir einen Schwerpunkt auf Angebote, die die Generationen verbinden. Nun mag der ein oder andere denken: das ist doch selbstverständlich und in jeder Gemeinde so, dass es eine Kindergruppe und einen Seniorenkreis gibt ... für Jung und Alt eben etwas. Das ist richtig, doch uns als Gemeinde ist es besonders wichtig ist, dass diese Gruppen und Kreise nicht unter sich bleiben, sondern sich begegnen und austauschen. Denn wir sind überzeugt: Bei allen Meinungsunterschieden und Anfragen an die jeweils andere Generation tut es unserer Gesellschaft , unseren Gemeinden gut, wenn sich Jung und Alt begegnen, weil sie sich brauchen. So entstehen Netzwerke, die sich gegenseitig unterstützen können, was heute – anders als noch vor 50 Jahren – absolut nicht mehr selbstverständlich ist.

Ein Angebot, dass diese Zielrichtung regelmäßig aufgreift ist unser monatlich stattfindender „Alle unter einem Hut"–Sonntag. Wir bieten vier parallele Gottesdienste für verschiedene Altersgruppen an und ein anschließendes gemeinsames Mittagessen. Indem wir einerseits die verschiedenen Bedürfnisse ernst nehmen, andererseits jedoch alle an einen Tisch laden, stärken wir das Miteinander der Generationen. Aus diesen Zusammenkünften ist die Idee einer Leihgroßeltern/Leihenkel-Börse entstanden, an der wir derzeit arbeiten. Häufig ist es heute so, dass die Kinder- und Großelterngeneration räumlich weit entfernt voneinander leben und die gegenseitige Unterstützung im Alltag nicht möglich ist – wir wollen die Generationen wieder zusammenbringen, indem wir entsprechende Kontakte vermitteln.

Das derzeit sich in der Planung befindliche neue Lukas-Gebäudeensemble, das voraussichtlich 2015 fertig gestellt sein wird, soll dieses generationenübergreifende Gemeindeprofil auch baulich abbilden: der neu gebaute und dann vergrößerte Kindergarten wird eng mit den neu gestalteten Gemeinderäumen verbunden sein und aufgrund seiner neuen Lage mehr im Focus des Gemeindelebens stehen. Die zu veräußernde, an der Straße liegende Grundstücksfläche soll in Zukunft ein Wohnprojekt mit Schwerpunkt altersgerechtes Wohnen beherbergen.

Nach biblischer Vorstellung sind Jung und Alt in der Gemeinde wechselseitig verantwortlich füreinander und sollen einander ein Vorbild sein. Eine echte Herausforderung, der wir uns als Gemeinde an der Lukaskirche ganz bewusst gerne stellen wollen, weil wir uns sicher sind, dass alle davon profitieren.

Der Predigtbezirk Lukas ist Teil der Evangelischen Pfarrgemeinde Freiburg-Südwest und umfasst den kommunalen Ortsteil St.Georgen. Wir sind zu Hause in der Lukaskirche und unsere zuständigen Pfarrer sind Juliane und Martin Grüsser.

Die Lukaskirche erzählt

Wenn Sie sich jemandem, der Sie nicht sehen kann, beschreiben sollten, was würden Sie dann sagen?

Von außen sehe ich aus wie eine alte italienische Dorfkirche. Ein bisschen grau und in die Jahre gekommen verstecke ich mich mit meinem dicken, nicht besonders hohen Turm im Häusermeer der St. Georgener Dächer. Selbst manch Freiburger Taxifahrer kennt mich nicht ob meiner Zurückhaltung. Im neoromanischen Stil gebaut bin ich ganzeinfach und schlicht. Auch im Inneren komme ich ohne Schmuck und Schnörkel aus. Meine Einfachheit schätzen viele Menschen, wenn sie aus ihrem lauten reizüberfluteten Alltag am Sonntag zu mir kommen. Wird in mir moderne Kunst ausgestellt oder inszeniert, hat das immer seine Wirkung.

Erzählen Sie doch mal etwas aus Ihrer Kindheit und Jugend!

Ich bin 1955 geboren – feiere dieses Jahr also ein kleines Jubiläum, denn ich werde 60 Jahre alt. Mit mir erblickten damals der Oberlinkindergarten und ein Gemeindezentrum das Licht der Welt. Um uns herum gab es einige Jahre lang noch sehr viel Platz bis nach und nach alle Äcker und Wiesen bebaut wurden. Ich bin das Kind, ein Ableger der evangelischen Mutterkirche „Melanchthon" hier im Freiburger Südwesten. In den 50'er Jahren gab es durch die vielen Flüchtlinge schließlich so viele evangelische Gemeindeglieder, dass man sich auch im katholischen St. eorgen für den Bau einer evangelischen Kirche entschloss. Das war für die Evangelischen hier ein wichtiger Schritt.

Wie würden Sie sich charakterisieren?

Ich bin irgendwie sehr protestantisch. Meine anmutige Schönheit erkennt man erst auf den zweiten Blick. Musik und Wort kommen in mir sehr gut zur Geltung – ohne Ablenkung. Und natürlich habe ich die Gemeinde und die Gemeinde mich geprägt. Wir sind beide schon ziemlich selbstbewusst. Ich glaube, manchmal steht uns das ein bisschen im Weg ... aber wer uns näher kennenlernt, erlebt Herzlichkeit, Verbindlichkeit und viel Potenzial, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Was schätzen Sie besonders an sich? Und was eher nicht?

Ich schätze sehr das warme Licht, das an manchen Tagen durch die Glasfenster in den Altarraum fällt und die Lukasorgel in mir, der so mancher Organist wunderschöne Musik entlocken kann. „Alte Musik" klingt mit meiner Akustik besonders gut. Obwohl ich einen ganz klassischen strengen Grundriss habe, können Gottesdienste sehr flexibel in mir gestaltet werden. Was ein bisschen schade ist: wenn man eintritt, kommt man zunächst in einen  engen, dunklen, wenig einladenden Bereich, den man durchqueren muss, bevor sich „Lukas" eröffnet.

Erzählen Sie doch eine kleine Anekdote aus Ihrem Leben!

Meine Vorderseite war über vierzig Jahre mit wildem Wein bewachsen. Irgendwann war der aber sehr morsch. An Weihnachten 2010 ist eine alte, dicke Weinranke unter großer Schneelast abgebrochen und hätte fast den Pfarrer erschlagen.

Haben Sie eine Vision? Wenn ja, welche?

Ich sehe jeden Tag den neuen, attraktiven Oberlinkindergarten in meiner Nachbarschaft, der voller Leben ist. Direkt neben mir ist gerade vor kurzem das neue Lukasgemeindezentrum fertig geworden. Derzeit ist es außen herum zwar „wüscht" (wie man hier sagt), denn es dauert noch bis April bis die Außenanlagen fertig sind, aber dann ...  dann freue ich mich wieder auf neues, buntes Leben auch direkt rund um die Lukaskirche. Ich wünsche mir, dass viele Menschen im neuen Gemeindezentrum oft miteinander essen, feiern, singen, beraten, Ideen erspinnen und in Gottes Namen miteinander fröhlich sind. Und vielleicht bekomme ich ja auch noch ein kleines Facelifting, was mich neben all den neuen Gebäuden dann strahlen lässt.

Gibt es einen typischen Tagesablauf in Ihrem Leben?

Einmal im Monat feiert die Gemeinde an der Lukaskirche einen „Alle-unter-einen-Hut-Sonntag" mit einem ganz bestimmten Ablauf. Zuerst feiern die Erwachsenen in mir, die Kindergartenkinder, die Grundschüler und die 10 – 13 Jährigen im Gemeindezentrum jeweils einen eigenen Gottesdienst. Danach treffen sich alle zu einem gemeinsamen Mittagessen im Großen Gemeindesaal. Das wird wieder möglich, wenn das Gemeindezentrum fertig ist. Darauf freue ich mich schon.